Die coronabedingten anhaltenden internationalen Reisebeschränkungen und Grenzschliessungen vieler Länder stellen für Airlines zunehmende Probleme dar – so steht auch Cathay Pacific Rekordverlusten gegenüber.

Cathay Pacific legt den Fokus ihres Kerngeschäfts seit vielen Jahren auf den internationalen Flugverkehr. Die anhaltenden internationalen Reisebeschränkungen und Grenzschliessungen treffen die Airline somit besonders hart. Der Flugstillstand führt demnach zu den höchsten Verlusten in der gesamten 70-jährigen Unternehmensgeschichte, wie simpleflying.com berichtet.

Historische Verluste bei Cathay Pacific

Die grosse Airline aus Hongkong ist als Partner der oneworld Allianz weltweit für ein breit aufgestelltes internationales Flugnetz bekannt. Trotzdem ist diese besonders stark von den Folgen der Pandemie betroffen. Demnach verzeichnet die Airline im November 2020 einen Rückgang der Passagierzahlen von 97,7 Prozent im Vergleich zum Vorjahr. Auch die verfügbaren Sitzkilometer sanken im Jahr 2020 durchschnittlich um 78,8 Prozent. In den ohnehin schon kritischen Märkten der Airline in Nordasien sanken diese sogar um 85,3 Prozent. Als Folge der sinkenden Auslastung und den damit verbundenen niedrigen Passagierzahlen gibt die Airline aktuell einen Rekordverlust in Höhe von 2,79 Milliarden US-Dollar für das Jahr 2020 bekannt.

Bereits zur ersten Jahreshälfte im Jahr 2020 gab die Airline Verluste in Höhe von 1,3 Milliarden US-Dollar bekannt und rechnete auch darüber hinaus mit anhaltenden Einbrüchen. Trotz eines Milliarden-hohen Rettungspaketes der Regierung kam die Airline auch in der zweiten Jahreshälfte nicht aus dem Coronatief heraus und verzeichnet somit bis heute die schwersten finanziellen Verluste der Unternehmensgeschichte. Grund dafür sind neben den starken Einschränkungen des Kerngeschäftes auch unerwartet hohe Restrukturierungskosten und Abschreibungen auf Vermögenswerte.

Zwangsmässige Flottenminimierung

Aufgrung der starken Nachfragerückgänge, den zwangsmässigen Streichungen vieler internationaler Flugrouten und der mangelnden Auslastung wird auch die Flotte von Cathay Pacific drastisch verkleinert. Zum Jahresende konnte die Airline 239 Flugzeuge zu ihrer Flotte zählen, wobei 92 dieser Maschinen in Langzeitlagerung standen. Nach aktuellen Angaben der Airline ist auch für 34 Flugzeuge in naher Zukunft keine Wiederaufnahme in die Flotte geplant. Grund dafür sind die anhaltenden Umsatzeinbrüche und Streckenstreichungen.

With demand at an all-time low, we drastically reduced our passenger schedule to just a bare skeleton, and our operating capacity remained below 10% for much of 2020

Patrick Healy, Chairman von Cathay Pacific Airlines 

Die derzeitige schwierige Lage ist zudem Grund dafür, dass bereits geplante neue Flugzeugauslieferungen auf Eis gelegt werden. Somit werden Planungen zur Flottenaufnahme neuer A350-Flugzeuge ins Jahr 2023 und die Aufnahme der neuen A321 Neo-Flugzeuge sogar bis ins Jahr 2025 verschoben.

Frachtflüge zählen zu den Lichtblicken der Airline

Im Gegensatz zu den Passagierflügen der Airline konnte bei den Frachtflügen im vergangenen Jahr durchgehend eine volle Auslastung verzeichnet werden. In Zusammenarbeit mit der Tochtergesellschaft Air Hong Kong, die rund 680 Charterflüge ausführte, konnte im Jahr 2020 in dieser Unternehmenssparte ein Gesamtumsatz von rund 3,09 Milliarden US-Dollar verzeichnet werden.

Dieser Umsatzzuwachs in Höhe von rund 19,2 Prozent im Vergleich zum Vorjahr 2019 bekräftigt den Optimismus der Fluggesellschaft für die Zukunft. Obwohl der kurzfristige Ausblick auf künftige Entwicklungen herausfordert wird, sieht die Fluggesellschaft langfristig einer positiven Entwicklung entgegen. Nach Aussagen der Airline setzt diese auch für die Zukunft auf ihre bisherige Stellung im internationalen Flugverkehr und hofft auf eine baldige Rückkehr.

Fazit zu den coronabedingten Verlusten

Trotz einem der schwersten Jahre der gesamten 70-jährigen Unternehmensgeschichte der Airline, blickt diese mit Zuversicht auf eine Erholung ihres Flugverkehrs. Die Erfolge des vergangenen Jahres im Frachtflugverkehr lassen die Airline zudem optimistisch auf eine Besserung der Finanzen für die Zukunft blicken. Denkt Ihr, dass dieser Optimismus gerechtfertigt ist?

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