JPA Design hat einen neues Konzept für einen Business Class-Sitz präsentiert, der Airlines deutliche Einsparungen und Passagieren hohen Komfort und Hygiene offerieren soll.

Der britische Sitz-Spezialist JPA Design hat jüngst einen Business Class-Sitz vorgestellt, der den Fluggesellschaften hohe Kosteneinsparungen, Dank eines deutlich geringeren Gewichtes und den Passagieren einen hohen Komfort und hohe Hygienestandards verspricht – so der Hersteller.

Formel 1 als Vorbild

Das Gewicht an Bord eines Flugzeugs zu reduzieren, hat für jede Fluggesellschaft hohe Priorität. Jedes zusätzliche Gramm bedeutet mehr Treibstoffverbrauch, mehr Kosten und mehr CO2-Emissionen. Die Hersteller von Airline-Sitzen haben das Gewicht der ’Kabinenmöbel’ im Laufe der Jahre stetig reduziert, aber jetzt gibt es ein neues Kind in der Stadt: AIRTEK ist eine Business Class-Sitzlösung, die Anleihen bei der Formel 1 nimmt, um ein leichteres, geräumigeres und futuristisches Produkt zu schaffen.

Bild: JPA Design

Ein leichteres Flugzeug kostet weniger Flugkosten und hilft den Fluggesellschaften, ihre CO2-Reduktionsziele zu erreichen. Wir haben schon einige interessante Ansätze gesehen, um das Gewicht eines Flugzeugs zu reduzieren. Vom Entfernen der Bordmagazine bis hin zum Ersetzen der Bildschirme an den Sitzrückseiten durch eine „Bring your own device“-Regelung sind die Fluggesellschaften immer auf der Suche nach Möglichkeiten, das Gewicht an Bord zu reduzieren. Dennoch bleiben die Sitze eine der gewichtigsten Komponenten der Flugzeugkabine. Während die Anforderungen des Low-Cost-Sektors zu Fortschritten bei schlanken Sitzen geführt haben, wie zum Beispiel dem – bei Airlines – beliebten nein Kilo schweren SL3510-Sitz von Recaro, gab es bisher weniger Bemühungen, die Sitze in der Business Class wirklich zu verschlanken – bis jetzt.

JPA Design, Veteranen der Luxusgastronomie und des Transportwesens, entwickeln den Business Class-Sitz der Zukunft, der die Premium-Kabine, wie wir sie kennen, neu definieren soll. In Zusammenarbeit mit Williams Advanced Engineering und SWS Certification streben sie danach, das Know-how der Leichtbauweise aus der Formel 1 in das Flugzeug zu bringen, zum Nutzen aller. Das Wesen von AIRTEK liegt in der „Monocoque“-Verbundbauweise, die bereits seit den 1990er Jahren von Motorsportfirmen eingesetzt wird. Die Struktur ist selbsttragend, wobei die Schale des Sitzes der Konstruktion Steifigkeit verleiht. Das bedeutet, dass weniger interne Strukturen erforderlich sind, was zu einem leichteren, schlankeren Flugzeugsitz führt.

Raumwunder AIRTEK

Da der Sitz eine Art einheitliche Struktur hat, ist er weniger sperrig und hat weniger bewegliche Teile. Für die Passagiere bedeutet dies mehr Raum pro Position und viel Platz zum Verstauen von Taschen und anderen Habseligkeiten. Für die Fluggesellschaften bedeutet dies einen leichteren Sitz, der weniger Treibstoff verbraucht und weniger CO2 ausstösst, sowie einen zuverlässigeren Sitz mit einem geringeren Risiko für Fehlfunktionen. Es ist nicht das erste Mal, dass Monocoque-Strukturen in der Luftfahrt eingesetzt werden. JPA Design hält das Patent für Monocoque-Strukturen in Flugzeuginnenräumen und nutzte es etwa bereits bei der Gestaltung der Business Class-Kabine im Airbus A380 von Singapore Airlines.

Hohe Hygienestandards und deutliche Gewichtseinsparungen

Interessanterweise erfüllt der AIRTEK auch die neuste Forderung nach einem hygienischeren Flugzeugsitz. Das Team baute von Anfang an eigens entwickelte Oberflächenprofile und Oberflächen ein, die den vertikalen Luftstrom und die Zirkulation an Bord fördern. Die Verwendung von Verbundwerkstoffen und die Reduzierung von Schmutzfängern führt natürlich zu einem Produkt, das hygienischer ist und sich leichter desinfizieren lässt.

Bild: JPA Design

In Bezug auf die Gewichtseinsparung will AIRTEK die Konkurrenz um etwa neun Prozent unterbieten. Der durchschnittliche A350-900-Business Class-Sitz wiegt etwa 100 Kilo und AIRTEK will ein Endprodukt mit einem Gewicht von nur 91 Kilo liefern. Eine Einsparung von neun Kilo mag nicht nach viel klingen, aber bei einer kompletten Kabine mit 38 Sitzen summiert sich das natürlich. Wenn man die mehr als 340 Kilo, die pro Flugzeug eingespart werden, auf die gesamte Flotte ausweitet, könnten Fluggesellschaften Hunderttausende von Dollar pro Jahr einsparen. Aber es geht nicht nur um die Vorteile für die Fluggesellschaft, denn auch die Passagiere sollen von dem Sitz profitieren. Die reduzierte Struktur des Sitzes bedeutet, dass ein Handgepäckstück in voller Grösse darunter verstaut werden kann. Die Sitze selbst nehmen weniger Platz in Anspruch, wodurch die Kabine offener und geräumiger wirkt.

Fazit zum AIRTEK-Business Class-Sitz

Der von JPA Design präsentierte Business Class-Sitz verspricht tatsächlich so etwas wie eine kleine Revolution. In jedem Fall würde er in Sachen Wirtschaftlichkeit und Komfort, beziehungsweise Hygiene, einiges besser machen, als herkömmliche Business Class-Sitze. Ob bereits erste Airlines Interesse an AIRTEK kund getan haben, ist noch nicht bekannt. Aber bei der Aussicht auf eine so hohe Ersparnis, die – scheinbar – nicht auf Kosten des Komforts geht, könnte der Sitz durchaus zu einer Art Kassenschlager werden.

Autor

Max saß irgendwann häufiger in einem Flugzeug als in einer Straßenbahn, und kam so nicht umhin sich immer mehr mit den Themen rund um das Sammeln von Meilen, sowie den besten Flug- und Reisedeals zu beschäftigen. Auf reisetopia teilt er mit euch die neusten Deals und wichtigsten Tipps!

Fragen? In der reisetopia Club Lounge auf Facebook beantworten wir Eure Fragen.