Der US-Flugzeughersteller ist sich seiner Mängel bewusst und verspricht Besserung für die Zukunft.

Boeing dominiert die letzten Tage wieder die Schlagzeilen – zumeist im negativen Sinne. Nun will der Chef des US-Unternehmens die Blicke hoffnungsvoll in die Zukunft lenken. Er steht zu Fehlern und bestätigt die Sicherheit künftiger Flieger, wie die Süddeutsche Zeitung berichtet.

Fehler-Geständnis nach Alaska Airlines Vorfall

Besonders die Flugzeugreihe der Boeing 737 MAX rückt den Flugzeugbauer immer wieder in ein schlechtes Licht. Seit der letzten Woche gibt es erneut Grund zur Sorge aufgrund loser Schrauben im Rumpf-Bereich. Ein Teil der Kabinenwand war beim Startflug von einer Alaska Airlines Boeing 737 MAX 9 herausgebrochen. Glücklicherweise blieben die Passagiere weitestgehend unverletzt. Nun hören wir von Boeing Chef Dave Calhoun, der auf den Fehler des Unternehmens hinweist.

Ein Boeing-Flieger von Alaska Airlines weist lose Teile auf

Calhoun betont, Boeing habe einen Fehler gemacht, der so nie wieder passieren darf. Deswegen würde das Unternehmen mit den Aufsichtsbehörden arbeiten und alles tun, um solche Fehler in Zukunft zu vermeiden. Der Boeing Chef sei von dem Vorfall letzte Woche erschüttert gewesen. Boeing werde “sicherstellen, dass jedes nächste Flugzeug, das abhebt, sicher ist” so Calhoun. Zudem wurden Produktionsstätten und Zulieferer angehalten, Prozesse und Systeme zu überprüfen.

Zweifel an der Sicherheit

Aktuell häufen sich wieder die Zweifel an der Sicherheit und dem Zulassungsverfahren des US-Flugzeugherstellers. Quellen aus Unternehmenskreisen zufolge laufen bereits Kontrollen bei Boeing und dem Zulieferer Spirit Aerosystems. Anscheinend gelten die losen Schrauben als Qualitätskontrollproblem.

Auch in Fliegern von United Airlines wurden lose Schrauben gefunden

Der Vorfall bei Alaska Airlines kostete glücklicherweise keine Opfer. Doch das sah schon ganz anders aus bei Boeing Flugzeugen der 737 MAX Familie. Zwei aufeinanderfolgende Abstürze einer 373 MAX 8 in den Jahren 2018 (Indonesien) und 2019 (Äthiopien) hatten 346 Menschenleben gekostet. Daraufhin folgte eine 20-monatige Flugpause. Die Federal Aviation Administration (FAA) hat bereits die Richtlinien zur Zertifizierung verschärft.

Fazit zur Stellungnahme von Dave Calhoun

Der Chef des US-Flugzeugherstellers Boeing gibt zu, dass das Unternehmen einen Fehler gemacht hat, der sich nicht wiederholen darf. Boeing werde mit Behörden zusammenarbeiten, um in der Zukunft die beste Sicherheit gewährleisten zu können. Doch das sollte für einen Flugzeughersteller an sich selbstverständlich sein. Dass es das bei der Boeing 737 MAX-Reihe nicht ist, zeigen viele unterschiedliche Vorfälle. Es bleibt abzuwarten, welche Konsequenzen der jüngste Vorfall schlussendlich mit sich bringt.

Autorin

Wenn Ricarda auf Reisen ist, fühlt sie sich am lebendigsten. Infiziert vom Reisefieber wurde sie im Jugendalter durch ein Auslandsjahr in den USA. Egal ob mit dem Van, Backpack, Boot oder im Hotel: Sie ist immer bereit für ein neues Abenteuer, gerne auch mit viel Adrenalin. Nach ihrem Journalismus-Studium kann sie bei reisetopia ihre beiden Leidenschaften voll ausleben und versorgt Euch mit spannenden News.

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