Jüngst hat Air Greenland ihren ersten Airbus A330neo übernommen. Nun bekundet die Fluggesellschaft Interesse an Flugzeugen aus der A320neo-Familie. 

In Grönland tut sich etwas. Etliche Flughäfen verlängern ihre Start- und Landebahnen, um neue Airlines mit grösserem Fluggerät anzulocken. Darüber hinaus entsteht ein neuer Flughäfen, der ebenfalls für grössere Flugzeuge ausgerichtet werden sollen. Apropos grössere Flugzeuge – hier möchte Air Greenland selbst nachbessern. Die Airline hat offiziell Interesse an Flugzeugen der A320neo-Familie bekundet, wie SimpleFlying berichtet.

Mögliche Flottenmodernisierung und modernisierte Flughäfen

Seit wenigen Tagen verfügt Air Greenland über einen Werks-frischen Airbus A330-800. Dieser soll einen über 24 Jahre alten Airbus A330-200 ersetzen und zukünftig Grönland mit Kopenhagen verbinden. Der altgediente Airbus A330-200 soll die Fluggesellschaft zum März kommenden Jahres verlassen – zum Verkauf steht er bereits. Ein Blick auf die aktuelle Flotte zeigt jedoch eine grosse Schere zwischen einzelnen Flugzeugtypen auf. Abgesehen von den beiden Airbus A330 besitzt Air Greenland lediglich Turboprop-Flugzeuge. 

Neben einer über 26 Jahre alten De Havilland Canada Dash Q8-200 verfügt Air Greenland über weitere sechs Dash Q8-200s, die bereits ein Durchschnittsalter von über 25 Jahren aufweisen. Bedeutet, dass die Schere zwischen einem Langstreckenflugzeug und ausgewiesenen Kurzstreckenflugzeugen sehr weit auseinander geht. Es fehlt ein “Mittelding”, wie beispielsweise Flugzeuge der Airbus A320neo-Familie. Gegenüber der Aviation Week bestätigte CEO Jacob Nitter Sørensen, dass man sich bei Air Greenland mit einem Flottenausbau und speziell mit Flugzeugen der A320-Familie beschäftigt:

We are, of course, looking into adding the A320 family to the fleet, it is something we are discussing. That is something to aim for, but no decision has been made yet. – Jacob Nitter Sørensen

SimpleFlying

Dieser Schritt würde mit den aktuellen Plänen Grönlands harmonieren. Derzeit werden die Flughäfen in der Hauptstadt Nuuk sowie der drittgrössten Stadt Grönlands Ilulissat erweitert, um fortan auch zuverlässig von Flugzeugen angeflogen werden zu kännen, die deutlich längere Start- und Landebahnen benötigen als die Dash 8. Zusätzlich wird in der Nähe der viertgrössten Stadt Grönlands, Qaqortoq, ein neuer Flughafen gebaut. Die Bauarbeiten sollen im Jahr 2025 abgeschlossen sein. 

Alles auf Wachstum?

Aktuell gleicht die Konnektivität Qaqortoq einem Trauerspiel. Die Stadt verfügt ausschliesslich über einen Hubschrauberlandeplatz. Mit dem Bau eines neuen Flughafens und der Erweiterung der bestehen Flughäfen unterstützt man gleichwohl den Flughafen von Kangerlussuag, dem derzeit grössten Flughafen Grönlands. Der Flughafen von Kangerlussuaq, einem ehemaligen Militärstützpunkt, ist bereit gut ausgebaut und gross genug, um von hier mit dem Airbus A330 nach Kopenhagen zu fliegen. 

Bild: Air Greenland

Leider wirkt die abgeschiedene Lage Kangerlussuaq der Konnektivität entgegen. Reisende aus beispielsweise Kopenhagen benötigen einen zusätzlichen Flug, um “grössere” Städte wie Nuuk oder Ilulissat zu erreichen. Daher könnte der Ausbau der Flughäfen dazu beitragen, internationale Flüge von und nach Grönland von mehreren Flughäfen aus zu ermöglichen.

Fazit zum möglichen Flottenzuwachs bei Air Greenland

Nach der Ankunft des Airbus A330neo stehen der Airline möglicherweise weitere Flottenzugänge bevor. Die möglichen Flottenzugänge unterstreichen die Bemühungen Grönlands, an Konnektivität zu gewinnen. Der Flughafen Keflavik bei Reykjavik macht es vor. Ich wage zu behaupten, dass die Erweiterungen der Flughäfen sowie der Bau eines neuen Flughafens dazu beitragen, dass Grönland zukünftig von mehreren Fluggesellschaften angeflogen wird. Demnach könnte es auch im Interesse der Fluggesellschaft liegen, mit entsprechendem Fluggerät weitere internationale Flüge aufzunehmen. 

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