Dass Air France plant, einen Grossteil ihrer A380 loswerden zu wollen, ist schon länger kein Geheimnis mehr. Inzwischen ist es laut einer Zeitung um den Superjumbo der Franzosen allerdings sogar noch deutlich schlechter bestellt.

Wie jetzt bekannt wurde, möchte Air France ihre gesamte Flotte von A380 loswerden und das am besten noch in Verbindung mit einem Deal mit Airbus, ähnlich wie ihn die Lufthansa Anfang diesen Jahres schon aushandeln konnte.

Air France wünscht sich Lufthansa-Deal

Benjamin Smith, Chef von Air France-KLM, plante ursprünglich die Leasingverträge von fünf der zehn Superjumbos aus der Flotte von Air France Ende diesen Jahres nicht verlängern zu wollen und an die Eigentümer zurückzugeben. Letztlich sollten es dann aber doch nur drei A380 werden, von denen sich die Airline verabschieden wollte. Doch inzwischen plant Smith wohl sogar die komplette Flotte der Superjumbos loswerden zu wollen, wie die stets gut informierte La Tribune berichtet. Bis spätestens zum Jahr 2024 soll das grösste Passagierflugzeug der Welt dann komplett aus den Reihen der Air France verschwunden sein.

So sollen keiner der insgesamt fünf Leasingverträge verlängert werden. Für die verbleibenden fünf A380, die sich im Besitz von Air France befinden, hofft Smith nun auf einen ähnlichen Deal, wie ihn auch schon die Lufthansa zuvor mit dem europäischen Flugzeugbauer aushandeln konnte. Dabei hatte die Kranich-Airline erst im März 20 weitere A350-900 nachbestellt und konnte dafür Airbus im Gegenzug sechs ihrer A380 zurück verkaufen.

Nun schauen sich die Franzosen, mit Hoffnung auf eben einen solchen Deal, selbst den A350 in der Version A350-1000 an. Da dieser dem Management wohl aber als zu teuer erscheint, käme ebenfalls der A330neo infrage. Alternativ könne man sich auch die Anschaffung weiterer Boeing 787 Dreamliner vorstellen, wodurch sich ein möglicher Airbus-Deal wohl dahingehend abändern würde, dass die abzugebenden A380 mit bereits zuvor bestellten neuen Kurz- und Mittelstreckenjets von Airbus verrechnet werden könnten.

Nötiger Kabinenumbau lohnt nicht mehr

Ein Problem der A380 von Air France ist sicherlich die schon jetzt in die Jahre gekommene Kabine des Superjumbos, die sich besonders in der Business Class bemerkbar macht. Dort verfügen die Flugzeuge über Sitze, die sich zwar stark zurücklehnen, aber nicht in eine komplett flache Liegeposition verstellen lassen können.

Air France ist sich durchaus bewusst, dass dies nicht mehr zeitgemäss ist. Allerdings rechnet sich ein Upgrade des Bordprodukts für die Airline einfach nicht mehr, da dieser wohl mehrere Millionen kosten dürfte. Air France-KLM-Chef Smith möchte dieses Geld denn auch lieber in neue Langstreckenmaschinen investieren, um so höhere Erträge zu erzielen.

Fazit zu Air Frances Adieu zum A380

Air France folgt wohl ebenfalls dem aktuellen Trend weg vom Superjumbo und hin zu mehr Flexibilität in Form von sparsamen, zweistrahligen Jets. Für Flugzeugenthusiasten auch hier sicherlich wieder eine schlechte Neuigkeit, ist es aus wirtschaftlicher Sicht doch verständlich, gerade mit Blick auf die längst überfällige Überarbeitung des veralteten Bordproduktes der Franzosen. Momentan scheint es so auszusehen, als ob wir dem Airbus A380 immer früher Adieu sagen müssten, da sich immer mehr Airlines von dem Superjumbo verabschieden wollen.

Autor

Nachdem Alex in den ersten 5 Jahren seines Lebens mehr Zeit in Airbussen als in normalen Bussen verbracht hat, war das Hobby schon früh festgelegt: Fliegen. Egal ob in einer Turboprop oder einem A380, egal ob Holzklasse oder Premium: Der Weg ist das Ziel. Und wer kann schon behaupten in 12 Tagen New York, Singapur, Tokyo, Lissabon und Oslo mit Flügen in der Business Class verbunden zu haben?

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