Air Belgium, anfangs noch belächelt, gab jüngst ambitionierte Pläne für neue Strecken und noch mehr bekannt und das trotz Corona-Krise.

Trotz Corona-Krise, die besonders die Luftfahrt nach wie vor im Atem hält, kündigte die belgische Air Belgium diverse neue Routen an. Dabei geht es teilweise zu recht exotischen Zielen. Auch die momentane Krise konnte die Airline demnach gut nutzen.

Air Belgium hat Grosses vor

Air Belgium kündigte mit Mauritius die Aufnahme einer neuen Destination in den Flugplan an, die ab Mitte Dezember diesen Jahres vom Flughafen Brüssel mit 2 wöchentlichen Flügen bedient werden soll. Ausserdem plant die Fluggesellschaft ab dem 15. Juli die Linienflüge vom Flughafen Brüssel-Süd-Charleroi – der normalerweise vor allem von Low-Budget-Carriern angeflogen wird – nach Guadeloupe und Martinique in den Französischen Antillen wieder aufzunehmen. Passagiere werden dazu aufgefordert, sich bis 72 Stunden vor dem Flug einem COVID19-Test zu unterziehen, um Einlass in die französischen Überseegebiete zu erhalten.

Des Weiteren plant Air Belgium neue Flugverbindungen zu Zielen in den Niederländischen Antillen und zu mehreren Städten in die USA, wobei noch nicht bekannt ist, wohin es genau gehen soll. Die Flüge sollen jedoch bereits 2021 starten, allerdings “keine Stadt, die bereits von Brussels Airlines bedient wird”, wie Niky Terzakis, CEO von Air Belgium, klarstellte.

Nach 2021 plant die belgische Langstreckenfluggesellschaft, die Flotte zu erweitern und viele weitere Strecken einzurichten. Afrika soll angebunden werden und China soll ebenfalls nicht “vergessen” werden, aber es wird einige Zeit dauern, bis diese Strecken eröffnet werden, wie die Airline ausführte. Air Belgium wird ab dem 20. November ausserdem zweimal wöchentlich separate Flüge nach Pointe-à-Pitre und Fort-de-France anbieten.

Corona-Krise beweist Flexibilität der Airline

Wenngleich die Auswirkungen der momentanen Situation auch bei Air Belgium nicht von der Hand zu weisen sind, wird kein Mitarbeiter beurlaubt, da die Fluggesellschaft im April und Mai 2020 mit Fracht- und Repatriierungsflügen Einnahmen in Höhe von immerhin 10.5 Millionen Euro (etwa 11.2 Millionen Franken) erzielen konnte. Dabei soll ein Fracht-Charterdienst zwischen Belgien und Kambodscha sogar aufrecht erhalten werden.

Für 2019 verzeichnete die Fluggesellschaft einen bereinigten Gewinn von 5.6 Millionen Euro (knapp 6 Millionen Franken) bei einem Gesamtumsatz von 62.5 Millionen Euro (über 66.7 Millionen Franken). “Eine bemerkenswerte Kehrtwende nach dem katastrophalen Geschäftsjahr 2018”, fügte Terzakis hinzu. “Wir werden den Markt dort bedienen, wo er sich laut den Kunden befindet”, sagte Terzakis, als man ihn nach dem Grund fragte, warum Brüssel und nicht Charleroi der Ausgangspunkt der neuen Strecke sei. Der CEO führte weiter aus: “Wir sind eine nationale belgische Fluggesellschaft” und man könne bei Bedarf von den verschiedenen Flughäfen in Belgien aus tätig werden. “Dies schmälert jedoch in keiner Weise unseren Wunsch, unsere Entwicklung in Charleroi fortzusetzen”.

Die Zeit des Groundings konnte Air Belgium indes gut nutzen, um die eigenen Flugzeuge etwa mit WiFi auszustatten und um die eigenen Dienste im Bereich der Bordunterhaltung weiterzuentwickeln.

Fazit zu den Plänen Air Belgiums

Air Belgium wurde beim Start von nicht wenigen noch ziemlich belächelt, hielten viele das Geschäftsmodell, mit ausschliesslichem Fokus auf Asien, der Langstrecken-Airline für nicht wohl überlegt. Wenngleich das stimmen mochte, hat sich die Fluggesellschaft nun doch auf dem Markt recht gut etablieren können und plant sogar zu Zeiten der Krise einen kräftigen Ausbau des Streckennetzes.

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Max saß irgendwann häufiger in einem Flugzeug als in einer Straßenbahn, und kam so nicht umhin sich immer mehr mit den Themen rund um das Sammeln von Meilen, sowie den besten Flug- und Reisedeals zu beschäftigen. Auf reisetopia teilt er mit euch die neusten Deals und wichtigsten Tipps!

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