Es ist ein Begriff, der in den vergangenen Jahren immer öfter reproduziert wird: Nachhaltiger Tourismus klingt nach so viel, und ist doch eigentlich relativ leicht – und ausserdem ein Konzept, das bei zahlreichen Reisenden immer beliebter wird. Grund genug also, sich einmal etwas eingehender mit dieser Thematik auseinanderzusetzen. Aber was genau bedeutet das eigentlich? Und lassen sich Umweltbewusstsein und Luxusreisen überhaupt verbinden?

Die Tourismusbranche kannte in den letzten Jahren nur Wachstum – zumindest bis zum Ausbruch der globalen Covid-19-Pandemie. Seitdem ist klar: Es gilt, die Pandemie zu bekämpfen und die Tourismusbranche auf einen Weg der Besserung zu lenken – und gleichzeitig das Thema Nachhaltigkeit und Umweltschutz stärker in den Fokus zu rücken. Wir möchten also den Moment nutzen, und zeigen Euch zehn verschiedene Beispiele, wie Luxusreisen und Umweltschutz so richtig gut zusammenpassen!

Auch wir möchten uns unserer Verantwortung im Zuge der Klimakrise stellen und unterstützen jedes Jahr mindestens ein aussergewöhnliches Projekt im Kampf gegen den Klimawandel. In diesem Jahr könnt Ihr an unserem internen Entscheidungsprozess teilhaben, und Eure Meinungen und Vorlieben direkt mit uns teilen! Eine Übersicht über unseren Anspruch zu nachhaltigem Reisen findet Ihr ausserdem über diesen Link.

Was ist nachhaltiger Tourismus?

Nach Angaben der Welttourismusorganisation (UNWTO) lautet die begriffliche Definition von nachhaltigem Tourismus wie folgt:

Nachhaltiger Tourismus ist Tourismus, der seine gegenwärtigen und zukünftigen ökonomischen, sozialen und ökologischen Auswirkungen vollumfänglich berücksichtigt und die Bedürfnisse der Besucher, der Industrie, der Umwelt und der Einheimischen integriert.

Es geht also keineswegs darum, das Reisen grundsätzlich zu meiden. Denn entgegen der allgemeinen Auffassung ist Reisen zwar durchaus umweltschädlich – doch das ist die Textilindustrie beispielsweise auch. Ähnliches gilt für Hunderte andere Lebensbereiche. Genauso, wie kein Umweltschützer jemals von Euch verlangen wird, künftig gänzlich auf Kleidung oder eine beheizte Wohnung zu verzichten, müsst Ihr Euch auch nicht für Eure nächsten Reisepläne schämen, denn: Nachhaltiger Tourismus ist lediglich eine gewisse Art des Reisens, die im Einklang mit der lokalen Naturbeschaffenheit, den Menschen und der Umwelt vor Ort im Einklang funktioniert – ohne dies aktiv zu zerstören. Natürlich können Luxusreisen quasi niemals völlig nachhaltig sein (ähnlich, wie viele andere Dinge im Leben auch). Doch wir möchten Euch zeigen, wie jeder Mensch einen kleinen Beitrag dazu leisten kann, Tourismus nachhaltiger bzw. umweltfreundlicher zu gestalten – und das ganz ohne Verzicht!

Was sind die drei Säulen des nachhaltigen Tourismus?

Das Konzept des nachhaltigen Tourismus basiert auf drei Hauptkategorien, die sich in folgendem Zielsatz zusammenfassen lassen: positive und wirtschaftliche Auswirkungen auf die lokale Bevölkerung bei gleichzeitig minimalen Auswirkungen auf die Umwelt.

  • Die lokale Wirtschaft: Nachhaltiger Tourismus zielt darauf ab, an der Entwicklung der lokalen Bevölkerung teilzuhaben, anstatt diese zu behindern. Reisende können die wirtschaftliche Situation einer Region auf diese Weise aktiv mitgestalten und zur Förderung besserer Arbeitsbedingungen beitragen, indem sie beispielsweise für eine gerechte Entlohnung der Dienstleistungsanbieter sorgen.
  • Die Umwelt: Nachhaltiger Tourismus zielt darauf ab, lokale und natürliche Ressourcen zu erhalten, anstatt diese zu beschädigen. Dies lässt sich insbesondere durch die bedachte Wahl von Reisezielen und natürlich einem respektvollen Umgang mit der Natur und ihrer Ökosysteme garantieren.
  • Die lokale Bevölkerung: Im Gegensatz zum Massentourismus fördert der nachhaltige Tourismus den Austausch von Reisenden mit der lokalen Bevölkerung, also gegenseitiges Profitieren statt einseitigem Ausnutzen. Ziel ist es, authentische Begegnungen zu ermöglichen, auch und vor allem um die Kultur des besuchten Landes zu entdecken.

Doch wie genau könnt Ihr die Umweltbelastung auf Euren Reisen reduzieren?

Umweltbelastung ist ein in den 1990er Jahren erstmal verwendeter Begriff, der es ermöglicht, den durch die Bevölkerung verursachten Impact auf natürliche Ressourcen zu messen und zu bewerten – insbesondere in Hinblick auf die Regenerationsfähigkeit der Natur selbst, und ihrer Fähigkeit, Abwasser zu absorbieren. Je grösser die Nachfrage nach gewissen Ressourcen ist, desto mehr Abfall wird automatisch erzeugt. Ein solcher Prozess erhöht die Umweltbelastung folglich enorm.

Doch insbesondere auf Reisen gibt es allerhand kleine Tricks, die Touristen eine gleichberechtigte Begegnung mit der Umwelt und ein aussergewöhnliches Erlebnis im Einklang mit der Natur ermöglichen, und die dabei und von ihnen verursachte Zerstörung derselbigen auf ein Minimum reduzieren. Diese von uns zusammengestellten zehn Tipps sind vielseitig und weitreichend – beachtet Ihr nur einige wenige davon auf Eurer nächsten Reise, habt auch Ihr bereits einen Beitrag zu echtem, nachhaltigem Tourismus geleistet, ohne selbst relevant verzichten zu müssen. Wir zeigen Euch, wie das klappt!

1. Reisen mit leichtem Gepäck

In Flugzeugen gilt: Je grösser die zu transportierende Last, desto mehr Treibstoff muss der Motor verbrauchen. Nach Angaben von Air France spart nur ein Kilogramm weniger Gepäck an Bord ganze 69 Tonnen (!) CO₂-Emissionen jährlich ein – das sind unvorstellbare Summen. Die Flugzeughersteller arbeiten daher aktiv daran, das Gewicht ihrer Flugzeuge zu reduzieren, um ihren Energieverbrauch zu minimieren – insbesondere durch die Verwendung von Verbundwerkstoffen, die leichter als Metall sind.

Darüber hinaus ergreifen Fluggesellschaften neben der Erneuerung ihrer Flotten alle möglichen Massnahmen, um ihre Umweltauswirkungen zu begrenzen. Die KLM Royal Dutch Airlines unternahm zuletzt beispielsweise allerhand Unternehmungen, um ihr Gewicht zu reduzieren: Hier wird künftig unter anderem die Masse der Trolleys verringert, auf Papierzeitungen gänzlich verzichtet (was anfangs trivial erscheint, spart ganze 360’000 kg an Bord aller Maschinen) und ausserdem unnötige Farbe an der Aussenseite des Flugzeuges gänzlich entfernt.

Die Idee eines minimalistischen Koffers funktioniert also nicht nur bei den grossen Fluggesellschaften selbst, sondern auch auf Kundenseite. Es mag sich also wirklich lohnen, vor dem nächsten Abflug ein zweites Mal zu überlegen, ob zwei 32 Kilogramm schwere Koffer für eine Woche nach Griechenland tatsächlich nötig sind – denn teuer ist Gepäck ohnehin immer! Manchmal bedeutet weniger Auswahl auch weniger Stress. Und als kleiner Bonus obendrauf lassen sich direkt horrende Summen zusammenrechnen, die man im Sinne des Umweltschutzes emissions-mässig in nur einem Jahr gespart hat. Die meisten reisetopia-Mitarbeiter reisen daher fast immer nur mit einem Handgepäckkoffer – selbst in der Business und First Class und auf der Langstrecke.

2. Kohlenstoffdioxid-Kompensation auf Flugreisen

Es ist ein Begriff, der bereits seit einigen Jahren durch alle thematischen Auseinandersetzungen mit dem Klimaschutz herumgeistert, und sicherlich auch dem ein oder anderen von Euch bereits einmal begegnet ist: Jeder Mensch hinterlässt bei seinen Bewegungen auf diesem Planeten einen sogenannten ökologischen Fussabdruck, der – je nach Lebensweise – eben grösser oder geringer ausfallen kann. Mittlerweile ist es tatsächlich möglich, den CO₂-Fussabdruck Eurer Flugreisen – der aus offensichtlichen Gründen vergleichsweise hoch ausfällt – aktiv auszugleichen, indem Ihr beim Kauf eines Tickets einen zusätzlichen Betrag an die Fluggesellschaften oder einen Kompensationsanbieter zahlt. Bei Air France und KLM ist es zum Beispiel möglich, Eure Flüge direkt bei der Buchung zu verrechnen. Dasselbe gilt für einige Billigfluggesellschaften wie Ryanair und easyJet.

Das Prinzip des Kohlenstoffausgleichs basiert auf der Idee, dass ein Passagier seine oder ihre Umweltauswirkungen ausgleichen kann, indem er freiwillig in ein Umweltprojekt investiert, das weltweit die von ihm verursachte Menge an CO₂ einspart. Es handelt sich dabei also eher um eine Spende für Aktionen, die von ökologischem Interesse sind und gleichzeitig nachhaltige Entwicklungsprojekte fördern, wie z.B. Projekte zur Wiederaufforstung, zur Energieleistung oder zur Entwicklung erneuerbarer Energien. Meist gehen die Investments in Entwicklungsländer, wo schon mit kleineren Summen ein grosser Nutzen für die Umwelt erreicht werden kann.

3. Besuch von Städten mit öffentlichen Verkehrsmitteln

Dies mag auf den ersten Blick trivial erscheinen, aber es ist eine bedeutende Möglichkeit, seine Auswirkungen auf die Umwelt zu verringern und den Tourismus nachhaltiger zu gestalten. Den öffentlichen Nahverkehr zu nutzen, also vor Ort mit Bus, U-Bahn und Strassenbahn zu fahren, ist oftmals eine deutlich umweltfreundlichere Art zu reisen, als mit dem Taxi oder Fahrdiensten wie Uber – diese bieten übrigens immer öfter auch eine Art Sharing-Modell, sodass Ihr Euch die Fahrt zumindest mit anderen teilen könnt.

Wenn Ihr eine Stadt mit einer guten Infrastruktur für Radfahrer besucht, kann das Fahrradfahren mit einem Leihrad auch eine umweltfreundliche Möglichkeit sein, diese Stadt von einer ganz persönlichen und alltäglichen Seite kennenzulernen, und mit den Menschen und der Kultur vor Ort auf ungeahnte Weisen in Kontakt zu kommen. Oftmals gibt es sogar von der Stadt geförderte Projekte, wie etwa das sogenannte Citybike in Wien, bei welchen Ihr für gerade einmal einen Euro Fahrräder leihen – oder eben “sharen” könnt.

Dies hilft langfristig nicht nur der Umwelt, sondern schont zeitgleich auch Euren Geldbeutel. Zudem ist man mit einem Fahrrad deutlich flexibler als in einem Auto: Staus oder Feierabendverkehr, langes Warten an einer Sehenswürdigkeit oder auch die verzweifelten Suchen nach dem allerletzten Parkplatz der Stadt gehören auf diese Weise ganz nebenbei künftig der Vergangenheit an. In vielen Städten ist die Nutzung des ÖPNV für das Sightseeing sogar viel praktischer und Ihr lernt gleichzeitig vielleicht auch noch Gegenden einer Stadt kennen, die Ihr sonst gar nicht erst gesehen hättet.

4. Auswahl der Reiseanbieter

Die Wahl der Anbieter kann bei Reisen grosse Auswirkungen auf die Umwelt haben. In der Tat sollte man bedenken, dass einige Reiseveranstalter, Fluggesellschaften und Luxushotelketten umweltfreundlicher wirtschaften als andere. Für einige Grossunternehmen ist es unerlässlich, einen positiven soziokulturellen Einfluss auf die Bevölkerung, in deren unmittelbarer Nähe sie arbeiten, leben und aus derer sie häufig auch ihren Nutzen ziehen, zu gewährleisten. Diese Unternehmen bieten daher Produkte oder Dienstleistungen in Zusammenarbeit mit lokalen Anbietern und Dienstleistern, die sich für die Entwicklung eines nachhaltigen Tourismus einsetzen, und direkt vor Ort ansässig sind.

Weltweit gibt es eine ganze Palette grosser und kleiner Hotelketten, die zumindest in Teilbereichen ihrer Unternehmenskultur einen nachhaltigen Ansatz verfolgen, und diesen auch offen bewerben. Immer öftere kommt es ausserdem vor, dass Gäste gezielt diejenigen Hotels und Häuser suchen und buchen, die ihren direkten Einfluss auf die Umwelt nicht nur wahr, sondern auch ernst nehmen. So verfolgt die Hotelkette Six Senses, deren diverse Häuser auch über unsere Hotelsuche buchbar sind, einen beinahe vollendeten nachhaltigen Ansatz.

There’s no better designer than nature, and we have a duty to respect it. But who says sustainable can’t be sumptuous? Or travel can’t be purposeful? In our world, it can.

Six Senses, Statement auf der offiziellen Webseite

Die Marke verfolgt dabei verschiedene Ansätze, um nicht nur entstehende Emissionen zu reduzieren, sondern ausserdem in vielerlei Teilbereichen des Hotelbusiness’ auf lokale Anbieter und Produzenten, auf nachhaltige statt begrenzte Ressourcen, auf Recycling und Wiederverwertung und natürlich auf einen minimierten Energieverbrauch zu setzen. So produziert und befüllt Six Senses beispielsweise eigene (gläserne) Wasserflaschen, um den hauseigenen Plastikverbrauch kontinuierlich zu minimieren und bis zum Jahr 2022 grundsätzlich zu eliminieren. Jedes Anwesen der Kette verfügt zudem über einen eigenen Bio-Garten, der die jeweiligen (plastikfreien) Küchen des Resorts mit frischen Kräutern, Gemüse und Früchten aus hauseigenem Anbau sowie mit einer Reihe von Zutaten für die Spas und Alchemy Bars versorgt. Diesem oder einem zumindest ähnlichen Prinzip folgen viele andere internationale Hotelketten auch – ein Blick hinter die Kulissen kann sich also durchaus lohnen.

Generell gehen immer mehr Ketten diesen Weg und auch grosse Hotelketten wie Marriott oder Hilton arbeiten verstärkt an Initiativen, um nachhaltiger zu agieren. Mit der Wahl von Hotels mit entsprechenden Initiativen kann man also selbst ein Statement setzen und auch andere Hoteliers animieren, den Wandel anzustossen.

5. Achtet auf Euren Wasserverbrauch

Einige Länder haben weniger Wasserressourcen als andere. Oftmals zeugt es also von aufrichtigem Respekt gegenüber einer fremden Kultur deren Ressourcen, im Ausland auf den eigenen Wasserverbrauch zu achten, wie man es zu Hause eben nicht unbedingt tun muss. Es ist beispielsweise nicht ungewöhnlich, dass in den Sommermonaten auf der spanischen Ferieninsel Mallorca das Wasser ausgeht, wenn Touristen in Scharen auf die Insel strömen. Das ist durchaus normal, denn als Küstenbevölkerung, die bei Europäern besonders beliebt ist, steigt die Zahl der Personen auf der Insel in den heissesten Monaten des Jahres erheblich an. Im Juli und August müssen die bestehenden Wasserressourcen folglich unter viel mehr Menschen aufgeteilt werden, als in den restlichen Monaten des Jahres.

Insbesondere das Sparen von Wasser kann im Alltag deutlich einfacher sein, als man das ursprünglich annimmt: Mehrfaches Duschen am Tage zu meiden, auf gefüllte Badewannen zu verzichten oder für die Wanderung eine nachfüllbare Wasserflasche aus Glas oder Aluminium mitzuführen, tut einem aussergewöhnlichen Ferienerlebnis quasi keinen Abbruch – für die Menschen vor Ort können diese Kleinigkeiten allerdings die Welt bedeuten.

Das gilt vielfach auch in nicht ganz so gut entwickelten Ländern, die zudem geografisch ungünstig liegen. In Kapstadt etwa gehört Wassermangel zu den Problemen, die jedes Jahr wider auftreten. Dasselbe gilt für viele andere Länder, in denen man auch als Tourist darauf achten kann, die Ressource zu schonen, ohne selbst viel Komfort aufgeben zu müssen.

6. Energie sparen

Energie wird nicht in allen Ländern der Welt auf die gleiche Weise produziert. Viele Länder verwenden immer noch fossile Brennstoffe zur Stromerzeugung, sodass der eigene Energieverbrauch auf Reisen eine um ein Vielfaches grössere Umweltbelastung darstellen kann als zu Hause. Um den Energieverbrauch zu reduzieren, gibt es viele kleine Tricks, die Ihr alltäglich anwenden könnt. Wusstet Ihr zum Beispiel, dass der Standby-Betrieb Eurer Mobilfunkgeräte bis zu 10 Prozent Eurer Stromrechnung ausmachen kann?

Das Ausschalten Eures Computers oder Mobiltelefons in der Nacht ist nur eine kleine Geste, aber mit grosser Wirkung. Hinzu kommt, dass schon das einfache “Steckenlassen” eines Adapters eine Menge Energie verbraucht. Es kann also gleich in zweifacher Hinsicht nützlich sein, technische Geräte während Eures Tagesausflugs aus den Steckdosen in Eurem Hotelzimmer auszustecken, solange sie nicht in Gebrauch sind. Ebenfalls kann es sich lohnen, immer zu kontrollieren, ob alle Lichter im Hotelzimmer aus sind, wenn Ihr dieses verlasst. Einen Komfortverlust gibt es dadurch nicht, die Umwelt wird gleichzeitig aber geschont.

7. Lokal und regional konsumieren

Es ist nicht nur eine Frage der Nachhaltigkeit – oftmals ermöglicht es auch intensive und unerwartete Begegnungen mit einer fremden Kultur vor Ort, auf regionalen Konsum zu achten. Auch hierbei gibt es die verschiedensten Ansätze zu verfolgen, die auf die jeweilige Destination, die Versorgungslage vor Ort, die eigenen (kulinarischen) Ansprüche, oder auch einfach die persönliche Ferienatmosphäre angepasst werden können.

Ob Ihr Euch nun im Supermarkt für die regionale Bauernmilch entscheidet, statt die europäisch-universale H-Milch-Variante zu wählen, ob Ihr den lokalen Obst- und Gemüsemarkt der einheimischen Kühltheke vorzieht, oder jedes einzelne Weingut in der Toskana persönlich inspiziert, ist – wie immer bei dieser Thematik – vollständig Euch überlassen. Das Thema kann auch bei der Wahl des Hotels eine Rolle spielen, denn viele Hoteliers setzen mittlerweile bewusst auf lokale Produkte für die hauseigene Küche. Auch dies kann man als Gast aktiv unterstützen und somit dabei helfen, weiteren Wandel anzustossen, ohne auf irgendetwas verzichten zu müssen. Immerhin steigt die Qualität bei Verwendung von besonders lokalen und damit frischen Produkten vielfach sogar!

8. Produziert möglichst wenig Abfall

Da die Abfalltrennung von Land zu Land unterschiedlich ist, kann die Abfallsortierung im Ausland echte Kopfschmerzen bereiten. Dabei ist es oftmals ganz einfach, sich mit den vor Ort geltenden Bestimmungen vertraut zu machen und diese im Rahmen des eigenen Aufenthalts zu berücksichtigen, da international oftmals weniger komplexe Regelungen verlangt werden, als wir das gewohnt sind. Meist allerdings kann man auch auf Reisen zwischen Recycling (Papier & Plastik) sowie Restmüll trennen. Wo dies möglich ist, sollte man eine entsprechende Trennung auch umsetzen – das gilt beispielsweise auch für das Hotelzimmer, wo es immer häufiger verschiedene Mülleimer für Recycling und Restmüll gibt.

Tatsächlich gibt es in einigen Ländern überhaupt keine Abfalltrennung. Wenn dies der Fall ist, kann es durchaus ratsam sein, gezielt auf die Verwendung bestimmter Produkte zu achten. Dann wäre es beispielsweise vorzuziehen, Produkte mit so wenig Verpackung wie möglich zu verwenden – zum Beispiel Stückseifen anstelle von in Flaschen abgepackten Flüssigseifen. Zudem könnte man im selben Zuge darauf achten, Produkte mit möglichst wenig Schadstoffen zu verwenden, die etwa Öko zertifiziert sind, um so beispielsweise möglichst wenig Mikroplastik zu hinterlassen.

9. Hinweise und Regeln zum Naturschutz vor Ort respektieren

Diese Regel gilt für alle, die gerne im Einklang mit der Natur reisen, Nationalparks und Naturschutzgebiete besuchen, an verlassenen Seen kampieren, in Küstenregionen tauchen oder die ein oder andere Bergwanderung unternehmen. In ausgewiesenen Regionen weisen einem oftmals diverse Schilder den Weg, die unter anderem dazu dienen, den Schutz der lokalen Biodiversität in Zeiten des globalen Massentourismus zu gewährleisten, und nachhaltigen Tourismus somit aktiv zu fördern. Grenzüberschreitungen mögen an sich zwar verlockend klingen – in freier Wildbahn allerdings absichtlich vom Weg abzukommen, ist es mit Sicherheit nicht!

Zudem sind viele Reisende gar nicht darüber informiert, welche oftmals traditionellen Handlungen einen negativen Effekt auf die unmittelbare Umwelt vor Ort zeigen können. Zwar ist es vermutlich sonnenklar, dass die Mitnahme kleinerer “Souvenirs” aus geschützten natürlichen oder archäologischen Stätten, oder auch das Pflücken exotischer Pflanzen in der Wildnis schlichtweg tabu sind. Dies gilt allerdings genauso für das Sammeln von Muscheln am Strand oder die Mitnahme von Sand als persönliches Andenken an die vergangenen Sommerferien – denn auch dieses Verhalten bringt in Massen das hiesige Ökosystem durcheinander.

Generell gilt hier: Wer sich vor der Reise kurz über die lokalen Regeln informiert oder im Hotel nachfragt, kann oft noch einmal umweltfreundlicher agieren und dabei helfen, das lokale Ökosystem zu erhalten. Vielfach ist das sehr einfach – man muss nur wissen, worauf es zu achten gilt.

10. Mach es schöner, wenn Du gehst

In den vergangenen Jahren kursierten immer öfter Bilder in den Medien, die grauenhaft verschmutzte Strandabschnitte, schwimmenden Müll im offenen Meer, oder auch vollständig ergraute, abgestorbene Korallenriffe und Küstenregionen zeigten. Unter den Hashtags #beachcleanup oder auch #oceancleanup entwickelte sich im Laufe der Jahre ein waschechter Social-Media-Trend als Antwort auf diese Bilder, bei welchem Personen auf ihren öffentlichen Kanälen ausgewählte Vorher-Nachher-Bilder zeigen. Bilder, die einen Strand, eine Wiese, ein stehendes Gewässer zeigen – einmal in dem Zustand, in dem man sie vorgefunden hat, und – nach eingehender Behandlung des Protagonisten – eben auch in denjenigen Zustand, in dem man sie wieder verlassen hat.

Es steht natürlich ausser Frage, dass es quasi unmöglich ist, jeden einzelnen jemals besuchten Strandabschnitt vor dem Verlassen vollständig zu reinigen – und damit häufig auch den Müll “anderer Leute” aus schlichtem guten Willen mitzunehmen. Mithilfe von Strandaschenbechern oder auch der Mitnahme kleinerer Papiertüten lassen sich einige – und insbesondere selbst verursachte – Abfälle auf einem ähnlich leichten Weg mit nach Hause transportieren, wie sie auch überhaupt dorthin gekommen sind.

Immer öfter bieten auch Luxushotels an Stränden Gästen an, bei einem Bach Clean-Up zu helfen. Moritz etwa hatte die Gelegenheit, im Park Hyatt Sanya an einem Morgen bei der Reinigung des Strandes zu helfen. Das mag am Ende nur eine Geste sein, stärkt aber zweifelsfrei das Bewusstsein für die Verschmutzung von Stränden und Ozeanen. Vielfach ist es zudem sehr einfach, ein bisschen Müll einzusammeln und korrekt zu entsorgen.

Fazit zum nachhaltigen Tourismus

Natürlich mögen all diese kleinen Massnahmen zur Verringerung der Umweltbelastung auf den ersten Blick besonders unbedeutend erscheinen. Doch gerade durch kleine, umweltfreundliche Schritte jedes einzelnen entwickelt sich der globale Tourismus nach und nach und trotz der explosionsartigen Zunahme des Massentourismus in eine nachhaltige Richtung. Eine Richtung, die jeder und jede Einzelne von uns täglich und aktiv mitbestimmen kann! Natürlich sind all diese oben genannten Punkte nur Tipps, die sich im Alltag manchmal besser und manchmal eben auch weniger gut anwenden lassen, und: Aller Anfang ist schwer. Und doch kann es manchmal schon ausreichend sein, nur die eine oder andere Kleinigkeit zu berücksichtigen – und diese Welt, die wir alle so lieben, ein kleines Stückchen besser zu machen!

Häufig gestellte Fragen

Was ist nachhaltiger Tourismus?

Nach Angaben der Welttourismusorganisation (UNWTO) lautet die begriffliche Definition von nachhaltigem Tourismus wie folgt: “Nachhaltiger Tourismus ist Tourismus, der seine gegenwärtigen und zukünftigen ökonomischen, sozialen und ökologischen Auswirkungen vollumfänglich berücksichtigt und die Bedürfnisse der Besucher, der Industrie, der Umwelt und der Einheimischen integriert.”

Was sind die drei Säulen des nachhaltigen Tourismus?

Das Konzept des nachhaltigen Tourismus basiert auf drei Hauptkategorien:
  • Die lokale Wirtschaft: Nachhaltiger Tourismus zielt darauf ab, an der Entwicklung der lokalen Bevölkerung teilzuhaben. Dabei müssen sich die Reisenden zur Teilnahme an der Wirtschaft des besuchten Landes und zur Förderung besserer Arbeitsbedingungen verpflichten, indem sie für eine gerechte Entlohnung der Dienstleistungsanbieter sorgen.
  • Die Umwelt: Nachhaltiger Tourismus zielt darauf ab, die lokalen natürlichen Ressourcen zu erhalten, insbesondere durch die Berücksichtigung von Reisezielen, die Natur und ihr Ökosystem respektieren.
  • Die lokale Bevölkerung: Im Gegensatz zum Massentourismus fördert der nachhaltige Tourismus die Begegnung von Reisenden mit der lokalen Bevölkerung. Ziel ist es, authentische Begegnungen zu ermöglichen, um die Kultur des besuchten Landes zu entdecken.

Autorin

Als leidenschaftliche Reisende ist Vicky ständig auf der Suche nach neuen Ländern und Kulturen, die sie entdecken und in die sie eintauchen kann. Hier und auf der französischen Seite suitespot.fr teilt sie mit Euch ihre Erfahrungen und Tipps!

Fragen? In der reisetopia Club Lounge auf Facebook beantworten wir Eure Fragen.